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Die Pinie - Ernte, Anbau und Pflege

Die Pinie (lat.: Pinus Pinea) gehört als Nadelbaum zur Gattung der Kiefern und trägt verschiedene Bezeichnungen: Mittelmeerkiefer, Italienische Steinkiefer, Schirmpinie oder Schirmkiefer. Hierzulande ist sie vor allem durch ihre Piniensamen (Pinienkerne) und die Zapfen bekannt, in denen diese Samen heranreifen.

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Vorab einige Daten und Fakten:

- Art: Pinie
- Gattung: Kiefern (Pinus)
- Familie: Kieferngewächse (Pinaceae)
- Wissenschaftlicher Name: Pinus pinea
- Wuchshöhe: 25 - 30 m
- Brusthöhendurchmesser: bis zu 2 m
- Zylindrische Form des Stammes
- Äste bogig aufwärts gerichtet
- Krone rundlich bis ca 50. Lebensjahr, danach typische Schirmkrone
- Zylindrische Winterknospen (rund 1 cm lang)
- Nadeln hellgrün und leicht gebogen (8 - 20 cm lang / 1,5 bis 2 mm breit)
- Gelbe männliche Blütenzapfen
- Weibliche Blütenzapfen eiförmig, mit rötlich-brauner Färbung
- Zapfen 8 - 16 cm lang, grünlich gefärbt mit einer roten Riffelung
- Essbare hartschalige Samen mit einer Länge von 15 - 20 mm

Verbreitung

Die Pinie ist vor allem im nördlichen Mittelmeerraum verbreitet, ihr Vorkommen erstreckt sich von der Iberischen Halbinsel bis nach Anatolien. Aber auch an der Schwarzmeerküste kommt sie vor, allerdings ist es hier nicht sicher, ob es sich dabei um natürliche oder nachträglich kultivierte Bestände handelt. Das Gleiche gilt für Teile der Bestände in den typischen „Pinienländern“ wie Italien, Spanien oder der Türkei. In den letzten Jahrzehnten wurde die Schirmpinie vom Mittelmeer aber auch in viele andere Länder gebracht, etwa nach Asien, wo sie heute gezielt für die Gewinnung von Pinienkernen kultiviert wird, die dann hauptsächlich in den Export gehen.

Sofern der Baum am jeweiligen Ort in einem Reinbestand vorkommt, kann davon ausgegangen werden, dass es sich hierbei nicht um ein natürliches Vorkommen handelt. Bei nicht künstlich angelegten Vorkommen handelt es sich also immer um Mischbestände.

Charakteristisch für die Pinie ist ihre Robustheit und der geringe Anspruch sowohl an die Bodenqualität als auch an eine regelmäßige Bewässerung. Sie kann durchaus Trockenperioden von bis zu sechs Monaten überstehen, ohne dabei Schaden zu nehmen. Auch hohe Temperaturen von mehr als 30 Grad Celsius über Wochen (üblich am Mittelmeer) machen der Pinie nichts aus. Der Nadelbaum bevorzugt frische, schwach saure oder saure Sande als Standort. Böden, die stark torf- oder kalkhaltig sind, mag er dagegen nicht. Der pH-Wert muss zwischen 4 - 9 liegen, damit die Kiefer dauerhaft wachsen kann. Pinien wachsen vergleichweise langsam, daher kann es hierzulande Sinn machen, einen bereits ausgewachsenen Pinienbaum zu kaufen. Damit fällt das zeitaufwendige Ziehen bzw. die Anzucht weg.

Ernte

Dass Pinienkerne schon immer vergleichweise teuer waren, hat gute Gründe. Zunächst einmal dauert es rund 20 Jahre, bis eine Pinie zum ersten Mal geerntet werden kann. Ab diesem Zeitpunkt benötigt es jeweils volle drei Jahre, bis die Zapfen komplett ausgereift sind. Die dunkelbraunen Nüsse sollen erst im vierten Jahr geöffnet werden.

Es benötigt also eine lange Zeit, bis die Pinie ihre Früchte preisgibt. Das treibt die Kosten für alle Produkte der Pinie in die Höhe. Doch nicht nur das: Auch die Ernte von Pinienzapfen und damit von Pinienkernen ist äußerst aufwendig und daher teuer. Um die Zapfen zu ernten, klettern sogenannte Pineros auf jeden einzelnen Baum und schneiden bzw. schlagen dann die Zapfen herunter. Dazu benutzen Sie lange Stangen.

Nach der Ernte (April bis Oktober) müssen die Zapfen erst einmal bis zum Sommer lagern. Dabei trocknen sie in der Sonne so lange, bis sich die Schuppen der Zapfen so weit öffnen, dass sie die Piniensamen, also die Pinienkerne, freigeben. In weiteren Verarbeitungsschritten werden die Pinienkerne dann noch von ihrer harten Schale befreit, bevor sie ihre endgültige Form für den Verkauf bzw. die Weiterverwendung besitzen.

Anhand dieser zeitaufwendigen und komplizierten Arbeitsschritte lässt sich leicht erkennen, warum Pinienkerne deutlich teuerer als beispielsweise viele Nussarten sind. Letztere werden heute fast immer im großen Stil maschinell geerntet, wohingegen das bei den wild wachsenden Pinien nicht möglich ist.

Anbau & Pflege

Pinienbäume vermehrt man über ihre Samen. Diese sind mit einer harten Nussschale umgebenen und befinden sich im Inneren der Pinienzapfen. Zum Anbauen werden die Kerne aus den Schalen gelöst und anschließend in Torftöpfchen gepflanzt. Leicht mit Erde bedeckt, keimen sie am besten an einem warmen, schattigen Ort. Die passende Temperatur beträgt um die 20 Grad, zudem muss genügend Feuchtigkeit für die Keimung vorhanden sein. In diesem Fall dauert es etwa 2-4 Wochen, bis die Keimung einsetzt. Wenn sich ein Pinienkeimling gebildet hat, kommt die Pflanze an einen hellen Ort (allerdings nicht in die pralle Sonne) und muss regelmäßig gegossen werden.

Junge Pinien sollten vor Erschütterungen und starker Zugluft geschützt werden. Auch starke Temperaturschwankungen sind zu vermeiden, da das junge Kieferngewächs sehr temperaturempfindlich ist. Sobald der Topf durchwurzelt ist, kann umgepflanzt werden; in ein größeres Gefäß, welches luftdurchlässiges Substrat enthält. Im Sommer bevorzugt der Baum einen hellen, warmen Standort mit einer Temperatur um 20 Grad Celsius. Im Winter muss man den Baum dann an einen kühlen, aber hellen Platz stellen (um die 10 °C).

Sobald die Pinie ausgereift ist (nach ca 5 Jahren), kann man sie in gemäßigteren Zonen hierzulande nach draußen setzen, zum Beispiel im eigenen Garten, ein Stützpfahl ist empfehlenswert. Das Ganze sollte im Frühjahr geschehen. Pflanzen Sie den Baum nur so tief, dass der Wurzelballen bündig mit der Oberfläche ist. Wählen Sie außerdem einen vollsonnigen und windgeschützten Standort zum Pflanzen. In den Wintermonaten ist es empfehlenwert, Rindenmulch oder eine ähnliche Substanz zum Abdecken einzusetzen.

Hier noch einige weitere wichtige Punkte für den erfolgreichen Anbau und die Pflege von Pinien:

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Ist ein Pinienbaum in Deutschland winterhart?

Die Pinie kommt ja aus dem Mittelmeerraum und ist daher generell nicht winterhart. Sie ist nur bis ca. -10°C winterhart und das nur über einen kurzen Zeitraum. Allerdings kann man, wie schon erwähnt, in Deutschland in gemäßigteren Zonen die Freilandpflanzung wagen. Wenn zudem ein vollsonniger und windgeschützter Standort gewählt wird, dürfte einem gesunden Wuchs nichts im Weg stehen. Das beweisen jüngere Exemplare der Pinie, beispielsweise im Park der Insel Mainau, in Weinheim oder im botanischen Garten der Uni Karlsruhe.

Pinus Pinea Silver Crest – Die Bezeichnung für eine junge Pinie

In den letzten Jahren finden sich im Handel verstärkt Pinien mit der Bezeichnung Pinus Pinea Silver Crest. Besonders in der Weihnachtszeit sieht man solche Pinien häufig in den Angeboten. Doch worum handelt es sich dabei und was ist der Unterschied zur herkömmlichen Pinie? Geht es hier um eine besondere Gattung der Pinie, vielleicht sogar um eine völlige Neuzüchtung bzw. Weiterentwicklung?

Nichts von alldem. Es handelt sich bei der Pinus Pinea Silver Crest lediglich um eine besonders junge Pinie mit einer Höhe von ca. 40-50 cm. Durch die silbergrauen Kindesnadeln sehen diese jungen Pinien sehr attraktiv aus, daher auch der Name. Nach ein paar Jahren allerdings setzen sich die Erwachsenennadeln immer mehr durch und es bildet sich die herkömmliche Pinie heraus, wie man sie kennt.

Die Bezeichnung Pinus Pinea Silver Crest wurde also mehr oder weniger aus Gründen des Marketings entwickelt.

Pinienholz

In Deutschland ist Pinienholz bei der Möbelverarbeitung eine der beliebtesten Holzarten. Pinienholz hat, wie viele andere Holzarten auch, besondere Eigenschaften wie beispielsweise Natürlichkeit, Robustheit und Rustikalität. Eine weitere positive Eigenschaft ist, dass die Qualität und die Dichte des Pinienholzes von Jahr zu Jahr immer mehr zunehmen.

Pinienholz ist ein sehr helles Holz und weist eine dunkle, markante Maserung auf. Diese umschließt einen gelb bis roten Kern. Pinienholz ist perfekt geeignet zur Möbelverarbeitung, da es sehr langsam abdunkelt. Einen schönen Übergang zwischen Früh- und Spätholz bilden die Jahresringe. Die Oberfläche kann nach der Verarbeitung unverändert belassen oder durch Wachsen, Ölen, Lackieren etc. veredelt werden.

Die Reinigung von Pinienholz

Pinienholz ist sehr pflegeleicht, da es ausschließlich in massiver Form verarbeitet wird. Man sollte, wenn das Holz mit Flüssigkeiten in Berührung kommt, es zunächst trocknen. Am besten gelingt dies mit einem weichen Tuch, womit die Bildung unschöner Flecken vermieden werden kann.

Weitere Verwendung von Pinienholz

Neben der Möbelherstellung dient Pinienholz auch zur Herstellung von Masten für sehr große Schiffe. Für das Schnitzen ist Pinienholz dagegen aufgrund seines sehr hohen Harzgehaltes nicht geeignet. Auch heute noch wird Pinienholz überwiegend von Hand verarbeitet. Pinienholz kaufen kann man in Schreinereien oder gut sortierten Baumärkten.

Pinienrinde

Pinienrinde verfügt über sämtliche positive Eigenschaften des heimischen Rindenmulches und bietet zusätzlich einige sehr vorteilhafte Eigenschaften, mit denen der heimische Rindenmulch nicht aufwarten kann. Dem Boden wird durch Pinienrinde weniger Stickstoff entzogen als durch herkömmlichen Rindenmulch. Somit wird der Boden nicht geschädigt wie durch andere Mulchmaterialien, die ihn sauer machen und auf Dauer auch die darauf befindlichen Pflanzen schädigen.

Pinienrinde ist in verschiedenen Körnungen erhältlich. Die feinen Körnungen werden verwendet zum Mulchen von kleineren Pflanzentöpfen beziehungsweise Kübeln. Die mittleren Körnungen kommen im Wintergarten zum Einsatz, außerdem finden sie Verwendung in Steingärten und auf kleineren Beeten bzw. in Ziergärten. Die groben Körnungen finden sich unter Bäumen, zwischen Sträuchern, um Teiche herum. Allgemein nutzt man sie zum Abdecken großer Bodenflächen.

Die Rinde der Mittelmeerkiefer bzw. Schirmkiefer verrottet im Unterschied zu anderen Rinden nur langsam und reagiert elastisch und weich beim Betreten. Durch diese Eigenschaften kann man sie auch einsetzen, um begehbare Flächen abzudecken, beispielsweise Plätze in Gärten oder auf Terrassen. Zudem sorgt Pinienrinde hier dafür, dass sich kaum Pfützen bilden. Die Mulchfläche aus Pinienholz bleibt begehbar bei fast jeder Witterung, zudem vermoost sie kaum.

Die Schichtdicke sollte zwischen fünf und zehn Zentimetern gewählt werden. Je mehr Fremdbewuchs unterdrückt werden soll, desto dicker muss die eingesetzte Schicht an Pinienrinde sein.

Ein maßgeblicher Unterschied von Pinienrinde zum herkömmlichen Rindenmulch besteht darin, dass Pinienrinde auch im frischen Zustand keine sogenannten phytotoxischen Stoffe ausbildet. Somit ist es unerheblich, wann die Herstellung der verwendeten Pinienrinde erfolgte und wie lange deren Lagerung betrug. Sie kann sofort zwischen allen Pflanzen ausgestreut werden. Lediglich unerwünschter Fremdbewuchs sollte zuvor gründlich beseitigt werden, da Pinienrinde keine vorhandenen Pflanzen abtötet, auch Unkräuter nicht.

Fazit: Die Pinie - ein vielseitiger Baum mit Charakter

Sie bringt nicht nur die in der Küche begehrten und für die gesamte Gesundheit des Menschen äußerst zuträglichen Pinienkerne hervor, sondern kann auch in vielen anderen Bereichen Verwendung finden. Als Baum aus dem Mittelmeerraum bringt sie echtes Urlaubsflair nach Deutschland - egal ob beim Aufstellen im Haus, im Wintergarten, auf der Terrasse oder beim Pflanzen im Garten.

Der Nadelbaum ist wenig anspruchsvoll, was den Boden und die Pflege betrifft. Auch unerfahrene Menschen kommen also problemlos mit ihm klar. Darüber hinaus liefert er ein äußerst edles und wertvolles Holz, das sich z. B. ideal für den Bau von Möbeln eignet. Somit ist die Pinie ein echter Alleskönner.

Wer nun Gefallen an diesem Baum gefunden hat und ein Stück Mittelmeer mit der Pinie in Deutschland genießen möchte, der kann in fast jedem Baumarkt und vielen Gärtnereien eine Pinie kaufen, meist zu einem günstigen Preis. Auch das Züchten und Ziehen bzw. die Anzucht ist kein Problem.

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