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Studien zu Moringa Oleifera

Seit etwa zwei Jahrzehnten werden vermehrt Studien zur Nützlichkeit des „Lebensbaumes“ Moringa Oleifera als Heil- und Nahrungspflanze durchgeführt. Besonders in heißen, trockenen Regionen gedeiht er hervorragend, verbessert das Mikroklima und wächst auch dort, wo andere Pflanzen nicht überleben. In seinem Schatten lassen sich weitere Kulturen anlegen. In der altindischen Heilkunde, dem Ayurveda, sind etwa dreihundert verschiedene Anwendungen von Blättern, Wurzel, Samen und Rinde des Baumes aufgeführt. In der Volksmedizin sind bis heute viele Hausmittel in Gebrauch, die aus oder mit Moringa zubereitet werden.

Viele der aktuellen Studien greifen solche Erfahrungen und Überlieferungen auf und gehen ihnen auf den Grund. Häufig wird die seit Jahrhunderten oder Jahrtausenden bekannte Wirkung wissenschaftlich bestätigt und erklärt.

Dafür werden im Folgenden einige Beispiele aufgezählt:

Moringa bei Diabetes

Eine im Jahr 2014 durchgeführte Studie der Universität Sadat City in Ägypten hat bewiesen, dass die Inhaltsstoffe von Moringa Oleifera im Tierversuch gegen Diabetes helfen können. Die Überschrift lautete „Der Moringa Oleifera Blattextrakt lindert alloxan-induzierten Diabetes bei Ratten durch die Regeneration von β-Zellen und die Reduktion (eigentlich eher Regulation) der Genexpression des Pyruvat-Carboxylase (ein Enzym)“.

M. Oleifera Blattextrakt wirkte den alloxan-induzierten Diabetes insofern entgegen, als es sowohl die erhöhten Serumspiegel von Blutzucker, Triglyzeriden, Cholesterin und Malondialdehyd normalisierte, als auch die Genexpression des Pyruvat-Carboxylase im Lebergewebe. Außerdem stellte es die normale histologische Struktur der durch Alloxan geschädigten Leber und Bauchspeicheldrüse wieder her. Die antioxidativen Eigenschaften spielten hierbei auch eine Rolle.

Die traditionelle indische Heilkunst kennt Moringa-Blätter schon sehr lange, es wird zur Verbesserung des Wohlbefindens bei starkem Übergewicht und dem übrigen typischen Erscheinungsbild von Diabetes-Typ-2 Patienten verabreicht. Dem ist man im Jahr 2000 an der Universität von Nigeria in Enugu wissenschaftlich auf den Grund gegangen. Dabei stellte sich heraus, dass Leber- und Nierenfunktion und Blutfettwerte sich mit Hilfe von verdünntem Moringa-Extrakt verbessern ließen, unabhängig von der Ernährung.

Die antioxidative Wirkung von Moringa

Im „Plant Foods for Human Nutrition“ wurde 2009 eine Studie veröffentlicht, die die antioxidative Heilwirkung von Moringa Oleifera belegte. In der Arbeit „Antioxidative Aktivität und Gesamtphenolgehalt von Moringa Oleifera Blättern in zwei Reifestadien“ ist herauszulesen, dass die Blätter schon im sehr frühen Stadium antioxidative Substanzen in hoher Konzentration ausbilden. Weiterhin heißt es, dass sowohl junge als auch ausgereifte Moringa-Blätter großes antioxidatives Potential aufweisen und so vor oxidativem Stress schützen können.

Im gleichen Jahr wurde auch in der Fachzeitschrift „Food and Chemical Toxicology“ eine Studie mit dem Titel „In vitro und in vivo antioxidative Eigenschaften von Moringa Oleifera Blättern“ veröffentlicht. Veranlasst durch die „National Botanical Research Institute (CSIR)“ bestätigten die Wissenschaftler auch hier, dass die Blätter des Baumes des Lebens starke antioxidative Eigenschaften besitzen.

Forscher der Rutgers State University of New Jersey, USA, befassten sich 2015 mit der antioxidativen Wirkung, die in den Teilen des Moringa-Baumes steckt.

Untersucht wurden vor allem moderne Aufbereitungsmethoden für Moringa-Blätter, um die Polyphenole und Senfölglycoside (Isothiozyanate) zu extrahieren. Mehr zu diesem Thema im Artikel „Mit Moringa abnehmen“. Die nähere Untersuchung zeigte, welch hochpotente Antioxidantien so gewonnen wurden. Mess-Parameter war unter anderem der ORAC-Wert, also das Potential, Sauerstoffradikale auszuschalten.

In Thailand konnten Forscher 2013 im Tierversuch feststellen, dass die antioxidative Wirkung zusammen mit anderen Komponenten die Nervenzellen schützt und neurodegenerativen Erkrankungen (z.B. Demenz) entgegenwirkt. Auch hier ist noch viel Forschungsarbeit erforderlich, um das Potential von Moringa voll nutzen zu können.

Moringa Oleifera lindert Entzündungen

Im „Dakar Médical“ Magazin von 2002 war von einer Studie zu lesen, die sich mit den entzündungshemmenden Eigenschaften von Moringa Oleifera beschäftigte. Die Wissenschaftler fanden im Tierversuch heraus, dass Moringa und dessen Inhaltsstoffe Entzündungen enorm hemmen kann. So wurden Ödeme mit Moringaextrakt und mit klassischen Medikamenten behandelt. Es stellte sich heraus, dass das Moringa-Extrakt in ähnlichem Maße entzündungshemmend wirkte wie das Medikament bzw. Arzneistoff Indometacin. Das abschließende Ergebnis lautete, dass Moringa ein großes entzündungshemmendes Potential besitzt und dass es bei der Behandlung akuter entzündlicher Zustände in Zukunft sehr nützlich sein kann.

Moringa Oleifera gegen Krebs

In dieser Studie, durchgeführt von Wissenschaftlern einer Universität und eines Forschungsinstituts in Korea, wurden in vitro die Antikrebseigenschaften gegen verschiedene menschliche Krebszellen, vor allem aber nicht-kleinzelligem Bronchialkarzinomen (Lungenkrebs) und Hepatozellulärem Karzinom (Leberkrebs), untersucht. Darüber hinaus wurde die Wirksamkeit als oral verabreichtes Therapeutikum bei Mäusen mit Lungen- und Leberkrebs untersucht.

Die Ergebnisse zeigen, dass lösliche Extrakte aus Moringa Oleifera großes Potenzial als oral verabreichte Therapeutika zur Behandlung von Leber- und Lungenkrebs beim Menschen besitzen. So ist also bisher nur die Tatsache klar, dass Moringa Krebszellen abtötet. Wie lange es dauern wird, bis Moringa Oleifera tatsächlich in der Krebsbehandlung eingesetzt wird ist noch unklar.

Auf der Arabischen Halbinsel herrscht ein Klima, in dem Moringa-Bäume gut gedeihen und eine Nutzung als Nahrungs- und Heilpflanze anbieten. So untersuchte man 2015 im Forschungszentrum des Militärkrankenhauses von Riad in Saudi-Arabien im Rahmen einer Studie die Anti-Krebs-Wirkung von Moringa Oleifera Blättern, Rinden und Samenextrakte, insbesondere im Hinblick auf Brust- und Darmkrebs.

Zur Überraschung der Forscher fiel die Wirkung der Samen im Vergleich zu der von Blättern und Rinde verhältnismäßig schwach aus.
Die Brust- und Darmkrebszellen hatten hingegen bei Blättern und Rinde nur geringe Überlebenschancen, konnten sich nicht zusammenschließen und waren um bis zu 90% weniger beweglich als vor der Behandlung mit Moringa-Extrakt. Sehr häufig starben sie im Laufe der Behandlung einfach ab.

Die bioaktiven Bestandteile aller Extrakte enthielten eine ganze Reihe von nachweislich anti-kanzerogenen Stoffen. Dies ist nur ein Beispiel für zahlreiche erfolgreiche Versuche mit Moringa-Extrakten in der Krebstherapie.

Moringa bei Leukämie

Besonders in afrikanischen Ländern oder Indien befassen sich Wissenschaftler mit natürlichen, pflanzlichen Heilmitteln und deren Einsatzmöglichkeiten. Dabei nehmen sie häufig traditionelles Heilwissen zum Anlass, gezielt nach Wirkstoffen und Wirkmechanismen zu suchen.
2014 untersuchte die Abteilung für Biochemie der Ladoke Akintola Universität in Nigeria Moringa als mögliches Mittel gegen Leukämie. Im Tierversuch verglich man ein übliches Medikament gegen Leukämie mit Moringa-Extrakt. Es stellte sich heraus, dass die Erfolge der Behandlung bei beiden Vergleichsgruppen gleich gut ausfielen und dass Moringa-Präparate möglicherweise in der Zukunft ein hochaktives, natürliches und vor allem nicht-toxisches Mittel gegen Leukämie darstellen könnten.

Moringa schützt die Leber und entgiftet wirksam

2002 führte ein Team der Abteilung für Biochemie an der Annamalai Universität in Tamil Nadu (Indien) Versuche zur Wirkung von Moringa durch.
Ziel war es, die seit langem bekannten entgiftenden und leberschützenden Effekte zu untersuchen und zu bestätigen. Ethanol-Extrakt aus Moringablättern wurde dabei gegen Leberschäden angewandt, die bei Ratten durch Gifte und antituberkulöse Medikamente (wie z.B. Isoniazid, Rifampicin und Pyrazinamid) hervorgerufen wurden. Die orale Verabreichung des Extrakts zeigte eine signifikante Schutzwirkung, die Regeneration der Leber konnte deutlich verbessert werden.

Die antimykotische (pilzhemmend/gegen Pilzinfektionen) Wirkung von Moringa

In Taiwan untersuchte man 2005 Moringa Oleifera im Hinblick auf die Behandlung von Pilzerkrankungen. Extrakte daraus zeigten im Labor gute Wirkung gegen Hautpilze wie Trichophyton rubrum, Trichophyton mentagrophytes, Epidermophyton floccosum, und Microsporum canis. Mit Ausnahme von E. floccosum sind diese ekzemartigen Hautpilzerkrankungen auch von Tieren auf Menschen übertragbar.
Das Forscherteam fand insgesamt 44 bioaktive Komponenten im Öl und im Extrakt. Diese könnten für die zukünftige Entwicklung von Mitteln gegen Hautkrankheiten von Nutzen sein. Hier steckt also viel therapeutisches Potential für die Zukunft.

Moringa: Viele bioaktive Inhaltsstoffe

Die Rutgers Universität in New Jersey untersuchte 2008 den Wert und die Inhaltsstoffe von Moringa Oleifera.
Sie fanden unter anderem einige Vitamine und Phenolsäuren – starke Antioxidantien mit hoher Zellschutzfunktion. Weiterhin wurde das Vorhandensein von nicht weniger als 12 Flavonoiden, einschließlich Quercetin und Kaempferol-Glykoside bestätigt.
Die Konzentration dieser pflanzlichen Substanzen ist abhängig von der Umgebung und den Aufwuchsbedingungen des Moringa-Baumes im jeweiligen Land.

Die in dieser Studie durchgeführten Nährstoffanalysen zeigen, dass die Blätter von Moringa Oleifera wesentlich zur täglich empfohlenen Menge an Vitaminen und Mineralien beitragen können und als Quelle für Polyphenole dienen, was die Bedeutung und Rolle von Moringa bestätigt, vor allem in Regionen, in denen Mangelernährung herrscht.

Begeistert von diesen Ergebnissen, führte die Rutgers Universität in den darauffolgenden Jahren übrigens noch viele Studien rund um Moringa durch. Einige davon werden in diesem oder in anderen Artikeln auf dieser Website besprochen.

Die antibakterielle Wirkung von Moringa Oleifera

2010 erforschten Wissenschaftler in Brasilien die antibakterielle Wirkung von Moringa Oleifera-Lösungen. Verwendet wurden dabei wässrige und alkoholische Extrakte aus den Blättern des Moringa Baumes.

Getestet wurde die Wirkung auf gram-positive und gram-negative Bakterien. Der Moringa-Extrakt erwies sich als hochwirksam gegen einige Bakterienstämme wie Staphylococcus aureus, Vibrio parahaemolyticus, Enterococcus faecalis und Aeromonas caviae.

Fazit: Die Studie zeigt ein vielversprechendes Potenzial für Moringa-Blattextrakte als alternative Behandlung von Infektionen.

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