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Der Maulbeerbaum – Arten, Anbau und Pflege

Unter dem Begriff „Maulbeere“ wird allgemein nicht nur die Frucht des Maulbeerbaums verstanden, sondern auch der Baum selbst. Genauer gesagt handelt es sich hierbei um eine komplette Pflanzengattung innerhalb der Familie der Maulbeergewächse (lateinisch: Moraceae), zu der beispielsweise auch die Feigen (Ficus) gehören.

Als Maulbeerbäume oder -Sträucher (lateinisch: Morus) bezeichnet man hierbei sommergrüne Gewächse mit Wuchshöhen zwischen 6 m und 15 m mit verschiedenen Blattformen. Charakteristisch sind die graubraune, manchmal graugelbe Rinde, der weiße Milchsaft und die vierzähligen Blüten.

Im asiatischen Raum gehören Maulbeerbäume zu den ältesten Kulturpflanzen. Sie wurden bereits in der Antike kultiviert und für vielfältige Zwecke genutzt (mehr dazu unten).

Arten des Maulbeerbaums

Es gibt etwa 15 bekannte Arten, von denen einige allerdings Hybride sind. Im mitteleuropäischen Raum spielen allerdings nur drei Arten eine ausschlaggebende Rolle. Diese Arten sind:

Die weiße Maulbeere (Morus Alba)

Weiße Maulbeere

Die weiße Maulbeere ist ein sommergrüner Baum mit einer Wuchshöhe von 1 m bis 16 m. Die Wuchshöhe ist stark standortabhängig. Charakteristisch sind die dünnen, oftmals häufig gebrochenen Äste und die schmale und hohe Dachform. Die Blätter sind variabel und unterscheiden sich oft auch am gleichen Baum erheblich voneinander. Teilweise sind sie herzförmig, oval oder rund, andere dagegen zugespitzt und länglich. Die Früchte des weißen Maulbeerbaums besitzen zu Anfang der Reifezeit eine weiße Farbe (weiße Frucht mit schwarzen Punkten), die später ins Gelbliche übergeht. Je nach Lichteinfall wird die Farbe auch häufig als Rosa oder Purpur beschrieben. Weiße Maulbeeren beginnen jeweils ab Juni mit der Reife, fallen aber schon teilweise im grünen Zustand von der Pflanze ab.

Ursprünglich stammt die weiße Maulbeere aus dem asiatischen Raum, insbesondere aus China, wo die Pflanze eine wichtige Voraussetzung für die Zucht von Seidenraupen darstellte. Später verbreitete sich der weiße Maulbeerbaum aber auch in vielen anderen Regionen der Welt, unter anderem in Deutschland. Sie benötigt einen gemäßigtes, sommerwarmes Klima und wächst hierzulande unter anderem als Parkbaum, aber auch in Form großer Hecken.

Es gibt inzwischen verschiedene Sorten der weißen Maulbeere, dies bedingt auch den immensen Größenunterschied zwischen den einzelnen Bäumen. Sogar früchtelose weiße Maulbeerbäume und Maulbeersträucher werden inzwischen gezüchtet, außerdem solche mit schirmförmiger Krone und hängenden Zweigen. Beispiele hierfür sind der platanenblättrige Maulbeerbaum und der hängende Maulbeerbaum, die es auch in Deutschland als Topfpflanze zu kaufen gibt, welche dann später selbst eingepflanzt werden kann.

Die schwarze Maulbeere

Schwarze Maulbeere

Der schwarze Maulbeerbaum stammt ursprünglich aus dem westasiatischen Raum, verbreitete sich aber schon im Mittelalter auch in Europa. Insbesondere in Südeuropa bzw. im Mittelmeerraum wurde dieser Baum vielfach kultiviert.

Es handelt sich hierbei um einen sommergrünen Baum, der Wuchshöhen von 5 m bis 12 m erreicht. Charakteristisch sind die knollenförmigen Verdickungen am Stamm der Pflanze und die dunkel-orangefarbene Borke mit ihren vielen Rissen. Der schwarze Maulbeerbaum besitzt eine niedrige Krone, die breit gewölbt ist. Die Blätter weisen eine ovale bis herzartige Form mit spitzem oberen Ende auf. Der Blattrand ist unregelmäßig geformt, die Größe der Blätter beträgt durchschnittlich zwischen 8 cm und 12 cm, jeweils in Länge und Breite.

Die Früchte der schwarzen Maulbeere sind zu Anfang grün, nehmen dann zu Beginn der Reifezeit im Juli eine orange Farbe an und sind kurz vor der Ernte von dunkelroter bis schwarzer Farbe. Sie sind besonders süß und saftig und sowohl für Menschen als auch für Tiere essbar.

Im Anbau benötigt die schwarze Maulbeere nur wenig Pflege und Schnitt, allerdings einen möglichst warmen Standort. Inzwischen sind verschiedene Sorten bzw. Zuchtformen der schwarzen Maulbeere bekannt, die insbesondere hinsichtlich des Geschmacks und der Ausbeute an Früchten entwickelt wurden.

Die rote Maulbeere

rote Maulbeere

Die rote Maulbeere ist ein sommergrüner Laubbaum, der insbesondere im östlichen Nordamerika heimisch ist. Der Baum erreicht Wuchshöhen von durchschnittlich 10 m bis 15 m, an besonders geeigneten Standorten auch bis zu 20 m. Charakteristisch ist die graubraune Rinde, welche mit zunehmendem Alter des Baumes in kleine senkrechte Streifen aufspringt.

Die Blätter besitzen häufig eine ovale Form mit Längen von bis zu 14 cm und Breiten zwischen 10 cm und 12 cm. Teilweise variiert die Form jedoch auch sehr stark, es gibt herzförmige und mehrfach gelappte Blätter. Die Blütezeit der roten Maulbeere liegt in den Monaten April und Mai, darauf folgt die Erntezeit. Es gibt männliche und weibliche Blüten, wobei die weiblichen deutlich größer sind.

Die Früchte der roten Maulbeere sind zunächst grün und wechseln ihre Farbe im Laufe der Reifezeit dann in das charakteristische Rot. Überreife Früchte können auch dunkelviolett gefärbt sein. Auch die Früchte der roten Maulbeere können von Mensch und Tier verzehrt werden. Sie schmecken süß und sind sehr saftig.

In Europa findet sich die rote Maulbeere allenfalls in botanischen Gärten, in der freien Natur kommt sie fast nicht vor und vermehrt sich daher auch nicht. Es gibt sie als Maulbeerstrauch zu Deko-Zwecken im Handel zu kaufen, u. a. auch winterhart. Die Maulbeere in rot ist grundsätzlich unanfällig für Krankheiten, besitzt ein geringes Wachstum, kräftige Wurzeln und benötigt daher nur selten einen Rückschnitt und generell wenig Pflege. Schneiden ist somit kaum nötig.

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Weitere bekannte Arten des Maulbeerbaums

Über die hier genannten und verbreitetsten Arten des Maulbeerbaums hinaus gibt es zahlreiche weitere Gattungen, teilweise speziell gezüchtet bzw. auf Vermehrung ausgelegt. Hier drei Beispiele:

Platanenblättriger Maulbeerbaum (Morus alba macrophylla)

Der Platanenblättrige Maulbeerbaum stammt ursprünglich aus Asien und erreicht eine Wuchshöhe von bis zu 10 m. Er ist winterhart und benötigt nur geringe Pflege. Die Früchte sind vergleichsweise groß, dunkel gefärbt und saftig-süß. Es gibt ihn in vielen Gärtnereien zu kaufen bzw. im Netz zu bestellen.

Hängender Maulbeerbaum (Morus alba pendula)

Der hängende Maulbeerbaum bzw. Maulbeerstrauch mit seiner exotischen, hängenden Blattform wurde insbesondere der Optik wegen herausgezüchtet. Er dient häufig als dekoratives Gestaltungselement für Gärten und erreicht mit seinem langsamen Wachstum eine Höhe von nur ca. 1,3 m bis 1,6 m. Ein Schneiden ist kaum nötig. Die Früchte sind ebenfalls klein, aber essbar und wohlschmeckend.

Maulbeerbaum Illinois Everbearing

Hierbei handelt es sich um eine Weiterzüchtung der weißen Maulbeere. Dieser Maulbeerbaum besitzt besonders große, schwarz-rote Früchte mit saftig-süßem Geschmack. Die Früchte reifen spät heran. Der Baum ist in den milden Gegenden Deutschlands winterhart, in den kälteren Gebieten benötigt er einen Frostschutz. Die Wuchshöhe liegt zwischen 3 m und 5 m. Er besitzt kräftige Wurzeln und ist in vielen Gartencentern zu kaufen, bzw. lässt sich im Internet bestellen.

Anbau des Maulbeerbaums

Eine gute Nachricht vorweg: Der Maulbeerbaum ist ein recht genügsamer Geselle und braucht nicht viele Voraussetzungen, um zufrieden zu sein und gut zu gedeihen. Überleben wird er also (fast) immer, es hängt allerdings von einem geeigneten Standort ab, ob der Baum sich schließlich perfekt entwickelt und eine gute Ausbeute an Früchten garantiert. Wer schon beim Pflanzen dafür sorgt, dass der Maulbeerbaum möglichst ideale Startbedingungen für sein weiteres Leben vorfindet, der wird später mit einer reichen Ernte und einem langen Leben seines Baumes belohnt. Wie diese Idealbedingungen aussehen und mit welchen Tipps und Kniffen sie einfach zu erreichen sind, darum soll es hier gehen.

So sieht der ideale Standort für einen Maulbeerbaum aus

Maulbeerenbäume sollten auf keinen Fall zu dicht beieinander gepflanzt werden, da sie eine stattliche Größe erreichen und dementsprechend viel Platz benötigen. Als Faustformel gilt: Der Abstand zum jeweiligen Nachbarn oder zu anderen Objekten sollte mindestens die halbe Höhe das ausgewachsenen Maulbeerbaums betragen.

Ansonsten ist die Standortwahl recht einfach und daher schnell abgeschlossen. Es sind keine Unverträglichkeiten des Maulbeerbaums mit anderen Pflanzenarten bekannt, somit kann er problemlos auch in einer Mischbepflanzung untergebracht werden. Allerdings sollte der gewählte Platz nicht komplett im Schatten liegen, denn der Maulbeerbaum bevorzugt eine sonnige oder maximal halbschattige Lage.

Der passende Boden für einen Maulbeerbaum

Ebenso wie an die Lage stellt der Maulbeerbaum auch an den Boden nur recht geringe Ansprüche. Am besten gedeiht die Pflanze in einem lockeren, leichten und durchlässigen Boden. Dieser sollte möglichst sandig und kalkhaltig sein. Zwei Bedingungen gilt es jedoch unbedingt zu erfüllen: Sehr feuchte Böden, eventuell sogar mit ausgeprägter Staunässe, sind unbedingt zu vermeiden. Außerdem sollte der Boden nicht zu torfhaltig sein, denn auch dies bekommt dem Maulbeerbaum auf Dauer nicht. Ist der Boden zu nass und es steht kein alternativer und besser geeigneter Standort zur Verfügung, so kann eine Drainage - beispielsweise aus Kies - Abhilfe schaffen. Diese transportiert die Nässe ab und schafft so bessere Bedingungen für ein gutes Gedeihen des Maulbeerbaums.

Wann sollte ein Maulbeerbaum gepflanzt werden?

Soll ein Maulbeerbaum im Freiland gepflanzt werden, so ist der Herbst die am besten geeignete Jahreszeit dafür. Der Baum erhält damit die Möglichkeit, vor dem ersten Frost gut einzuwurzeln und sich somit für die kalte Jahreszeit zu rüsten. Trotzdem sollte er im ersten Winter geschützt werden, zum Beispiel durch ein spezielles Pflanzenvlies. Für Maulbeerbäume, die im Kübel gepflanzt werden sollen, muss keine spezielle Pflanzzeit beachtet werden. Hier noch einige wichtige Tipps zum Pflanzen eines Maulbeerbaums:

Maulbeerbäume vermehren

Die Vermehrung von Maulbeerbäumen ist vergleichsweise einfach durch Stecklinge zu erreichen. Dafür benötigt es ein etwa 20 cm langes Grünholzstück, von dem die unteren Blätter zu entfernen sind. Anschließend wird alles in Anzuchterde bzw. herkömmliche Gartenerde gesteckt. Eine zweite Möglichkeit besteht darin, gekaufte Samen oder die Samen von reifen Maulbeerfrüchten in einem Anzuchttopf auszusäen. Nach etwa 3-4 Wochen sollten die Samen dann keimen.

Pflege des Maulbeerbaums

Ebenso wie der Anbau eines Maulbeerbaums ist auch dessen Pflege relativ einfach zu bewerkstelligen. Wenige Maßnahmen genügen, damit der Baum prächtig gedeiht und eine möglichst große Menge an Früchten abwirft. Hier die wichtigsten Pflegetipps für Maulbeerbäume:

Wässern

Insbesondere in den Sommermonaten bzw. in der gesamten warmen Jahreszeit benötigen Maulbeerbäume vergleichsweise viel Wasser. Auch in allen anderen Perioden längerer Trockenheit sollten Maulbeerbäume im Garten zusätzlich gewässert werden. Das gilt übrigens auch für den Winter, denn der Baum darf nicht komplett austrocknen. Als Faustregel gilt: Im Sommer sollte ein Maulbeerbaum mindestens zweimal pro Woche kräftig gewässert werden.

Düngen

Ob der Maulbeerbaum gedüngt werden muss, hängt maßgeblich vom Boden ab. Steht ein nährstoffreicher Gartenboden zur Verfügung, so benötigt der Baum kaum Dünger. Es empfiehlt sich lediglich, vom Beginn seines Wachstums bis in den späten Sommer einmal pro Woche etwas Flüssigdünger zu geben. Beim Einpflanzen sollte darauf geachtet werden, dem Maulbeerbaum als guten Start etwas reife, hochwertige Komposterde mitzugeben.

Schneiden

Es ist nicht unbedingt notwendig, einen Maulbeerbaum zu schneiden. Allerdings gibt es einige Gegebenheiten, unter denen ein Beschnitt sinnvoll ist. Dies ist beispielsweise dann der Fall, wenn Maulbeerbäume in Kübeln gepflanzt werden. Auch zum Vermeiden eines zu ausladenden Wachstums im Garten kann der Maulbeerbaum beschnitten werden, und zwar sowohl in der Höhe als auch in der Breite der Baumkrone. Grundsätzlich verträgt der Maulbeerbaum jeden Schnitt. Es sollte jedoch darauf geachtet werden, beim Schneiden zunächst zu dicht wachsende und schwache Triebe zu entfernen. Der beste Zeitpunkt zum Schneiden ist der Frühling, kurz bevor die Früchte ausgebildet werden.

Immer wieder finden sich im Internet Anleitungen für Formschnitte bzw. das sogenannte Drahten, mit denen Maulbeerbäume in allerlei ungewöhnliche Formen gebracht werden können. Ob dies sinnvoll ist oder nicht, darüber kann man streiten, der Baum wird seinem Besitzer eine solche Behandlung jedoch nicht übel nehmen. Er ist in Bezug auf das Schneiden sehr robust.

Überwintern

Inwieweit der Maulbeerbaum im Winter geschützt werden muss, hängt von seiner Sorte ab. Inzwischen gibt es im Handel Sorten, die bis zu -20 Grad Celsius winterhart sind. Ist diese Voraussetzung nicht gegeben, so sollten einige Schutzmaßnahmen für die kalte Zeit getroffen werden. Dies gilt beispielsweise für alle „fast winterharten“ Sorten. Sie sollten eine Abdeckung aus Reisig oder - wenn besonders tiefe Temperaturen zu erwarten sind - einen kompletten Winterschutz bekommen. Werden Maulbeerbäume in Kübeln angepflanzt, so sollten diese immer im Haus überwintern.

Erntezeit

Die Ernte der Maulbeeren kann etwa zwei Monate nach der Blüte erfolgen, somit liegt die Erntezeit in den Monaten Juli bis September.

Krankheiten bei Maulbeerbäumen

Über Krankheiten müssen sich Besitzer von Maulbeerbäumen keine großen Gedanken machen. Die Pflanze ist äußerst robust und daher nur wenigen Gefahren ausgesetzt. Im Auge behalten werden sollte vor allem ein möglicher Wurmbefall während der Blütezeit. In dieser Zeit ist der Maulbeerbaum anfälliger als sonst, durch den Wurmbefall kann dann die Fruchtbildung geschädigt werden, so dass es zu Missernten kommt. Zur Vorbeugung ist im Frühling eine Behandlung mit Insektiziden zu empfehlen.

Nutzung des Maulbeerbaums

Der Maulbeerbaum an sich kann für verschiedene Zwecke genutzt werden, aber auch die einzelnen Bestandteile wie Früchte, Blüten und Blätter sind ebenso verwendbar. Hier eine Übersicht:

Die Früchte

Die Früchte des Maulbeerbaums nennen sich folgerichtig Maulbeeren. Es handelt sich hierbei um kleine, länglich-runde Beerenfrüchte, die Brombeeren, Himbeeren und anderen bekannten Wildbeeren ähnlich sehen. Je nach Art des Maulbeerbaums weisen die Früchte verschiedene Farben auf, die drei wichtigsten davon sind weiße, schwarze und rote Maulbeeren. Alle drei Arten sind für den Menschen essbar. Charakteristisch für die Maulbeere ist ihr süßer und saftiger Geschmack, insbesondere bei den roten und schwarzen Früchten. Die weiße Maulbeere dagegen besitzt ein etwas schwächeres Aroma.

In Deutschland findet die Maulbeere bis heute als Marktobst keine Verbreitung. Andere Beerenarten haben sich im Laufe der Zeit mehr etabliert, außerdem eignet sie sich nur schlecht für einen Transport, da die Früchte sehr weich und saftig sind und somit schnell verderben bzw. bei unvorsichtiger Handhabung schnell Schaden nehmen können.

Die Blätter

Über Jahrtausende wurden die Blätter der Maulbeere, insbesondere des weißen Maulbeerbaums, für die Zucht des Seidenspinners und somit für die Produktion von Seide genutzt - zunächst im asiatischen Raum, ab dem ausgehenden Mittelalter dann auch in Europa. Erst die Einfuhr billiger Seide zu Beginn des 20. Jahrhunderts konnte diese Nutzung stoppen. In Deutschland pflanzte man, insbesondere in Preußen, mehrere tausend Maulbeerbäume an, zum Beispiel entlang der Alleen, aber auch an Marktplätzen und auf Schulhöfen. Heute wird der weiße Maulbeerbaum immer noch gerne als Parkbaum genutzt. Sie besitzt weniger stark färbende Früchte und ist winterhärter als der schwarze Maulbeerbaum.

Einen weiteren Nutzen finden die Blätter des Maulbeerbaums als Basis für medizinische Verwendungszwecke, zum Beispiel für Tees und ähnliche Aufgussgetränke. Auch hier wurden sie bereits vor vielen tausend Jahren in der Traditionellen Chinesischen Medizin verwendet, die Blätter gelten als entzündungshemmend, verdauungsregulierend und helfen den Wasserhaushalt des Körpers zu optimieren.

Das Holz

Insbesondere das Holz des weißen Maulbeerbaums wird zur Herstellung verschiedener Gebrauchsgegenstände verwendet, darunter z. B. Weinfässer, Musikinstrumente und Möbel. Das Holz ist hart, widerstandsfähig und lässt sich gut polieren. Neben diesem können auch die Fasern der Rinde des Maulbeerbaums verwendet werden, etwa zur Herstellung von hochwertigem Papier aber auch für Stoffe, Matten usw.

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