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Folsäure und ihre Wirkung auf die Gesundheit

Was ist Folsäure und wofür wird sie benötigt? Mit Folsäure oder Vitamin B9 verhält es sich wie mit einigen anderen Vitaminen und Vitalstoffen: Ihre Funktion im Körper und ihre Bedeutung für die Gesundheit war lange unbekannt oder wurde unterschätzt. Selbst medizinische Empfehlungen beschränkten sich bis heute auf eine „Mindestversorgung“ – ohne zu berücksichtigen, dass viele Mangelerscheinungen für lange Zeit unentdeckt bleiben, aber dennoch fatale Folgen haben können.

Offizielle Stellen wie die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) haben aktuell den Tagesbedarf der Folsäure von 400 µg auf 300 µg gesenkt. Die Angabe dient allenfalls als Richtwert. Tatsache ist, dass selbst dieses Quantum allein über die Ernährung kaum zu erreichen ist. Eine wissenschaftliche Untersuchung zeigt, dass die Hälfte der Bevölkerung allenfalls 200 µg Folsäure pro Tag einnimmt.
Mit Folsäure angereicherte Grundnahrungsmittel sind bereits in der Diskussion oder werden in einigen Ländern zur Verfügung gestellt.

Noch immer ist viel zu wenig bekannt, dass eine gute Versorgung mit Folsäure, auch als Vitamin B9 bekannt, vielen Erkrankungen und sogar genetischen Defekten vorbeugen kann.
Auf dieser Seite werden alle Fragen zur Folsäure beantwortet.

Ein Folsäuremangel kann ernste Folgen haben

Studien haben ergeben, dass sogar Fehlbildungen bei Embryos, Fehl- und Frühgeburten auf einen Mangel an Folsäure zurückzuführen sind.
Daneben steigen bei einem Folsäuremangel die Risiken für:

Bei Rauchern, Diabetikern, bei verstärktem Alkoholkonsum oder auch durch die Einnahme von Hormonpräparaten und Medikamenten mit bestimmten Wirkstoffen steigt der Folsäurebedarf stark an. Im Alter werden Nährstoffe weniger gut über den Darm verwertet und es tritt leichter Mangel ein.
Wird diesen Umständen nicht Rechnung getragen, kann vor allem das Stoffwechsel-Abfallprodukt Homocystein nicht mehr ausreichend abgebaut werden und richtet im Körper Schaden an.

Besonders kritisch wird es mit dem Beginn einer Schwangerschaft: Die komplizierten Zellteilungsprozesse der befruchteten Eizelle erfordern bis zu 800 µg Folsäure pro Tag.

Dazu kommt, dass die werdende Mutter Nährstoffe für einen zweiten Blutkreislauf zur Verfügung stellen muss, wofür sie neben Folsäure auch Eisen, Jod und einige anderen Vitalstoffe benötigt. Ist damit zu knapp versorgt, riskiert sie beispielsweise eine Schwangerschafts-Anämie.

Mehr zu diesem Thema erfahren Sie im folgenden Artikel: "Folsäuremangel – Symptome, Ursachen und Auswirkungen".

Wofür ist Folsäure gut und was bewirkt sie im Körper?

Vitamin B9 oder Folsäure ist essentiell – muss also dem menschlichen Organismus von außen zugeführt werden. Ihre Wirkung im Körper ist vielfältig:
Überall da, wo schnelle Zellerneuerung notwendig ist, ist Folsäure beteiligt. Sie bewirkt die korrekte Weitergabe der genetischen Zellinformationen.
Hautprobleme, bestimmte Arten der Blutarmut, Gefäßerkrankungen und deren Folgen oder sogar Fehlbildungen bei Embryos lassen sich oft auf einen Folsäure-Mangel zurückführen.

Die Folsäure ist ein wasserlösliches, licht-, luft- und sauerstoffempfindliches Vitamin der B-Gruppe, das im Jahr 1941 entdeckt, oder besser, identifiziert wurde. Der Name leitet sich vom lateinischen Begriff für Blatt, „folium“ ab – ein Hinweis darauf, dass vor allem grüne Nahrungspflanzen einen hohen Gehalt an Folaten führen. Unter Folaten sind alle biochemischen Wirkstoffe zusammengefasst, die ähnlich aufgebaut sind wie die Folsäure. Das Verhältnis der natürlichen, vom Körper tatsächlich verwertbaren Folate zur synthetischen Folsäure beträgt etwa 1:2. Die Folsäure aus Tabletten ist dagegen zu 100% biologisch verfügbar.

Biologisch aktiv werden die synthetische Folsäure oder die natürlichen Nahrungs-Folate in Form von Tetrahydrofolat. Dieses bewirkt als Coenzym den Ablauf vieler Stoffwechselprozesse. Biochemiker bezeichnen die Folate auch als Polyglutamat-Verbindungen. Stark vereinfacht ausgedrückt, werden diese über den Darm in die Leber befördert, dort in das verwertbare Tretrahydrofolat umgewandelt und bis zum Verbrauch gespeichert.
Ohne ausreichenden Nachschub aus der Nahrung oder über Tabletten leeren sich in Zeiten mit erhöhtem Bedarf diese körpereigenen Depots innerhalb von zwei bis drei Monaten.

Die Rolle der Folsäure beim Stoffwechsel

Für ein „Recycling“ von Folsäure im Organismus ist übrigens immer auch eine ausreichende Zufuhr von Vitamin B12 notwendig.

Eine wichtige Funktion der Folsäure ist die Bereitstellung von ausreichend Methionin, einem Eiweiß. Wozu braucht der Körper Methionin? Zur Synthese von DNA, Eiweißverbindungen, Hormonen, Enzymen und Botenstoffen.

Ein Abbau-Produkt des Methionins ist das Homocystein. Bislang konnte noch keine Aufgabe gefunden werden, wofür der Organismus das Homocystein braucht. In großen Mengen schädigt es allerdings die Blutgefäße. Große Mengen an Homocystein im Blutplasma sind ein Hinweis auf einen Mangel an Folsäure, häufig auch an Vitamin B.
Bezeichnenderweise finden sich bei vielen Erkrankungen im Blut der Patienten extrem hohe Homocysteinspiegel. Umgekehrt macht eine erhöhte Folsäure-Zufuhr einen entscheidenden Unterschied und lässt den Homocysteinspiegel absinken.

Welche Rolle diese beiden Bereiche im Detail für die Gesundheit spielen, wird im Folgenden beschrieben.

Ein gesundes Baby: Folsäure für Schwangere / bei Kinderwunsch

Immer dort, wo Zellteilung stattfindet, braucht der Körper Folsäure, um die DNA, die genetischen Baupläne der Zellen, fehlerfrei zu kopieren.

Paare mit Kinderwunsch und Frauen, die die hormonelle Verhütung absetzen, sollten sofort daran gehen, ihre körpereigenen Folsäure-Depots aufzufüllen.

Das erhöht nicht nur die Chance, schnell schwanger zu werden. Es trägt auch maßgeblich dazu bei, dass sich aus der befruchteten Eizelle ein gesundes, lebensfähiges Baby entwickelt und voll ausgetragen werden kann.

Umgekehrt zeigt sich, dass Folsäuremangel in der Schwangerschaft fatale Auswirkungen hat.
Folsäuremangel in der Schwangerschaft erhöht die Risiken der Entstehung von:

Alle diese Fehlbildungen gehen auf eine unzulängliche Zellteilung in den ersten Schwangerschaftswochen zurück. Die Zellen werden dabei entweder fehlerhaft vervielfältigt oder der Kopier-Prozess bleibt unvollständig.
Eine Folsäuredosis von mindestens 600 µg pro Tag kann verhindert diese schweren Missbildungen zu einem großen Teil verhindern.
Wichtig ist es, so früh wie möglich, am besten vor einer Schwangerschaft, mit der Einnahme zu beginnen und diese mindestens bis über das erste Schwangerschaftsdrittel hinaus fortzusetzen.

Weitere Infos zu Folsäure und Schwangerschaft finden Sie unter diesem Artikel: "Folsäure in der Schwangerschaft und bei Kinderwunsch".

Folsäure in der Schwangerschaft: Auswirkungen auf die spätere Entwicklung des Kindes

Im Jahr 2016 befasste sich eine große niederländische Studie mit der negativen Wirkung von Folsäuremangel in der Schwangerschaft. Auch bei völlig gesund geborenen Kindern blieb häufig das Gehirnvolumen hinter den Erwartungen zurück. Die Fähigkeit zum räumlichen Sehen, der Intelligenzquotient und die sprachliche Entwicklung schienen in der Altersgruppe bis zu sechs Jahren eingeschränkt zu sein. Zudem war der Homocysteinspiegel dieser Kinder erhöht.
Eine Reihe von Verhaltensstörungen ließ sich danach offenbar durch die Umwelteinflüsse ausgleichen. Auch eine (nachträgliche) Versorgung mit Folsäure in den ersten sechs Lebensjahren half.

Folsäure gegen Depression

Stress im Alltag, „Burn-Out“, der Verlust geliebter Menschen, kurz, alle widrigen Lebensumstände können Depressionen hervorrufen. Setzen diese sich jedoch auf Dauer fest oder kehren sie immer wieder, liegt möglicherweise eine Störung im Gehirn-Stoffwechsel vor. Und diese lässt sich behandeln. Unter anderem mit Hilfe einer Dosis Folsäure!

Depressionen können in jedem Lebensalter auftreten – bei Kindern ebenso wie bei Senioren. Allerdings nimmt die Wahrscheinlichkeit einer Depression mit den Jahren zu. Bis zu 15% aller Erwachsenen geben an, bereits depressive Phasen durchlebt zu haben.
Schuld- und Minderwertigkeitsgefühle, Traurigkeit, Antriebslosigkeit, Angstzustände, Konzentrationsschwäche, das Gefühl, sich über nichts mehr freuen zu können – halten diese Symptome länger an, legen sie sich wie ein lähmender Nebel über die Betroffenen.

Noch ist nicht ganz geklärt, wie die Folsäure-Versorgung mit einer Depression zusammenhängen könnte. Tatsächlich fanden sich aber Depressionen gehäuft bei Patienten mit Herz-, Kreislauf- und Gefäßerkrankungen und immer dort, wo hohe Homocystein-Konzentrationen im Blutserum feststellbar waren.

Ebenfalls einleuchtend: Folsäure ist einer der wichtigen Baustoffe zur Synthese von Neurotransmittern – also Nerven-Botenstoffen. Fehlt sie, gibt es auch Engpässe bei den Neurotransmittern.

Ein gutes, Folsäure enthaltendes Multivitamin-Präparat kann auf diesem Wege dazu beitragen, auch in widrigen Lebensphasen entspannt, belastbar und bei guter Laune zu bleiben. Als Begleitung der üblichen Behandlungsformen der Depression ist Folsäure ebenfalls empfehlenswert.

Die Wirkung von Folsäure auf das Herz

Folsäure kann dazu beitragen, Herz und Gefäße gesund und funktionstüchtig zu halten. Plaques, Ablagerungen in den Herzkranzgefäßen, können lebensgefährlich sein, denn sie gefährden die Blut- und Sauerstoffversorgung der Organe über das Herz.
Die Innenbeschichtung der Arterien, die Endothele, ist normalerweise glatt und durchlässig. Nimmt das Endothel Schaden, lagern sich zuerst Entzündungsherde an, dann Cholesterin-Moleküle. Weitere Entzündungen und „Fettstreifen“ beginnen, die Gefäßinnenwand zu besetzen und eine Ablagerung führt zur nächsten. Das Gefäß wird immer enger.
Lebensweise und Veranlagung gelten als die Hauptrisikofaktoren. Raucher oder Diabetes-Kranke sind besonders gefährdet. Depressionen oder Angst sorgen für ständigen Nachschub an Stresshormonen, die auf Dauer ebenfalls schädlich sind, weil sie Entzündungsreaktionen fördern und das Immunsystem schwächen.
Doch auch das Eiweiß-Abbauprodukt Homocystein scheint kräftig mitzuspielen. Eine Stoffwechselerkrankung, bei der der Homocysteinspiegel extrem hoch ansteigt, löst selbst bei Kindern Schlaganfälle aus. Zu hohe Werte treten auf bei Patienten mit Nierenschwäche, Psoriasis (Schuppenflechte, einer Autoimmunerkrankung) oder bei einem längerfristigen Mangel an Vitamin B6, B12 und Folsäure.
Denn in diesen Fällen kann das überschüssige Homocystein weder in die nützliche Aminosäure Methionin zurückverwandelt werden noch wird es ausreichend schnell über die Nieren ausgeschieden.
Homocysteinwerte zwischen 8 und 10 µmol /Liter Blut gelten als bedenklich. Zahlreiche Studien dokumentieren, dass das Risiko von Erkrankungen der Herzkranzgefäße und allgemein das Risiko von Thrombosen, Schlaganfällen oder Herzinfarkten teilweise um bis zu 50% gesenkt werden konnte, wenn die Probanden ausreichend Folsäure einnahmen.

Die Wirkung auf den Blutdruck

Einer der größten Risikofaktoren für das Herz-, Kreislauf- und Gefäß-System ist hoher Blutdruck. Landläufig bekannt gilt das „schlechte“ Cholesterin als Ursache für diesen Zustand. Das ist nur bedingt richtig. Cholesterin begünstigt Ablagerungen und Entzündungen in den Blutgefäßen, was diese wiederum unelastisch und eng werden lässt. Homocystein allerdings liefert dem Cholesterin offenbar erst die dafür notwendigen „Anknüpfungsmöglichkeiten“. So gehen bei Patienten mit Thrombosen, hohem Blutdruck, Schlaganfällen oder Herzinfarkten meist hohe Homocysteinwerte mit ebenso beachtlichen Cholesterinwerten einher.
Folsäure zusammen mit Vitamin B6 und B12 hat die Aufgabe, überschüssiges Homocystein wieder zu „recyceln“ und sie sogar in eine stoffwechsel-notwendige Aminosäure zurück zu verwandeln. Möglicherweise lässt sich eine Behandlung gegen erhöhten Blutdruck mit einer Vitamin-B-Therapie nachhaltig unterstützen und Folgeerkrankungen werden vermieden. Im Feldversuch zeigte sich sehr schnell eine Wirkung – der Homocysteinspiegel sank innerhalb weniger Wochen.

Folsäure beugt Haarausfall vor

Gleichmäßiger und gesunder Haarwuchs ist von mehreren Faktoren abhängig, unter anderem von der Nährstoff-Versorgung über die Haarwurzeln. Folsäure ist dafür bekannt, zögerlichen Haarwuchs, brüchiges, spärlich nachwachsendes Haar oder frühzeitiges Ergrauen in vielen Fällen abzuwenden. Immerhin wachsen Haare täglich um etwa 3,5 mm – die Haarwurzeln benötigen also ständigen Nachschub an Mineralien und Vitaminen, um dieses Wachstum beizubehalten.

Folsäure ist gut für die Haut

Folsäure ist gut für die Haut, wie alle B-Vitamine. Sie hilft unter anderem auch, unreine Haut oder Akne von innen zu bekämpfen. Dabei unterstützt sie vor allem die Regenerationsfähigkeit der Haut.

Einige Hersteller werben mit folsäure-haltiger Kosmetika. Die Frage ist, ob sich das gegen Umwelteinflüsse sehr empfindliche Vitamin tatsächlich als Wirkstoff in einer Creme oder Lotion verwenden lässt. Es soll in diesen Präparaten der Haut helfen, mehr Feuchtigkeit zu speichern und auch äußerlich die Zellregeneration anregen.

Hilft Folsäure beim Abnehmen?

Hilft Folsäure beim Abnehmen? Nur indirekt. Wer allerdings seine Ernährung gründlich umstellt und mit einem Sport-Programm zum Abnehmen beginnt, sollte sich dabei gleichzeitig mit den wichtigsten Vitalstoffen versorgen. Was über die Nahrung nicht zugeführt werden kann, ersetzen dann Vitaminpräparate.

Weil Folsäure den Homocysteinspiegel senkt, verringert sich die Belastung des Herz-Kreislauf-Systems. Zellerneuerung und die Produktion von Botenstoffen wie Dopamin werden ebenfalls angekurbelt. Mehr Schwung und gute Laune erleichtern wiederum das Abnehmen. Eine Zusatzportion Folsäure kann also ein Diät- und Bewegungsprogramm sinnvoll ergänzen.

Wirkt die Einnahme krebshemmend?

Sehr wahrscheinlich kann eine ausreichende Folsäure-Zufuhr manche Krebserkrankung verhindern oder ihr Fortschreiten verlangsamen. Dazu liegen bereits einschlägige Studien bei unterschiedlichsten Krebs-Formen und Patientengruppen vor.
Eine einleuchtende Erklärung dafür: Folsäure steuert die Zellteilung. Tumorzellen sind „entartete“ Zellen, bei deren Entstehung ein genetischer Defekt vorliegt. Der „Zellbauplan“ aus der DNA wurde nicht genau eingehalten. Die Zelle entwickelt andere Eigenschaften und vermehrt sich womöglich sogar schneller als eine gesunde Zelle der gleichen Art.

Je nach Krebsart spielen natürlich noch andere Faktoren eine Rolle, die sich nicht einfach durch eine Vitaminzufuhr ausgleichen lassen:

Folsäure ist auch für Kinder wichtig

Ein Bericht aus dem Jahr 2001 weist darauf hin, dass das Leukämie-Risiko von Kindern auch in späteren Lebensjahren um bis zu 60% reduzieren lässt, wenn die Mutter bereits während der Schwangerschaft Folsäure einnahm.

Wenig bekannt, aber einleuchtend: Kinder und Jugendliche im Wachstum brauchen Folsäure, Vitamin B6 und B12 notwendig: Sie befinden sich im Wachstum. Folsäure wird für die Zellteilung und die Blutbildung benötigt.

Einige Anhaltspunkte für den Bedarf:
Säuglinge bis zum Alter von vier Monaten benötigen pro Tag etwa 60 µg. Bis zum vierten Lebensjahr verdoppelt sich dieses Quantum. Bis zum Schulalter sind dann etwa 140 µg empfehlenswert. Bis zum Erwachsenenalter, bei Mangelerscheinungen oder Erkrankungen kann der Bedarf auch höher liegen. In einigen Fällen verursachen Stoffwechselstörungen einen „funktionalen Folsäuremangel“, der den Homocysteinspiegel gefährlich ansteigen lässt.

Folsäure für Kinder ist notwendig – die Zufuhr muss gleichzeitig mit der Einnahme von Vitamin B12 erfolgen. Beide Vitamine können nur zusammen ihre Wirkung entfalten.
Erwachsenen verfügen meist über eine gewaltige Vitamin B12-Reserve, die über ein Jahr vorhält. Neugeborene können Vitamin B12 allenfalls für einige Monate speichern, vorausgesetzt, die Mutter war während der Schwangerschaft ausreichend gut versorgt.
Fehlt es an Vitamin B12, können sich die Myelinscheiden, die „Isolierungsschicht“ um die Nerven, nicht richtig entwickeln. Und Vitamin B12 ist, ebenso wie Folsäure, dazu da, überschüssiges Homocystein zu recyceln. Gelingt das nicht, werden auch nicht ausreichend Neurotransmitter (Nervenbotenstoffe) gebildet.
Vitamin B12-Mangel kann sich außerdem negativ auf das Nervenwachstum und die Entwicklung des Gedächtnisses auswirken.
Insbesondere bei Nahrungsergänzung für die Kleinsten ist es wichtig, auf eine ausreichende Versorgung mit Folsäure plus Vitamin B12 zu achten.

Wie bereits erwähnt, machen sich Folsäuremängel während der Schwangerschaft bis zum sechsten oder achten Lebensjahr des Kindes bemerkbar. Eine gute Folsäureversorgung in der frühen Kindheit kann diese Defizite ausgleichen helfen.

Folsäure für Hunde?

Hunde können Folate im Darm teilweise selbst herstellen. Allerdings brauchen sie in bestimmten Situationen auch eine Zufuhr von außen. Genau wie beim Menschen sorgt Folsäure für die ordnungsgemäße Zellteilung – für trächtige und säugende Hündinnen ist dieser Futterzusatz also ein Muss.
Erfahrungsgemäß schützt genügend Folsäure auch gegen Darmparasiten und hilft, Giftstoffe zu binden. Benötigt wird das Vitamin auch für die Verwertung von Kohlehydraten und Aminosäuren und die Eiweiß-Synthese.

Der Bedarf beim Hund beläuft sich etwa auf 4 µg pro Kilogramm Körpergewicht, also 0,004 mg – das wären, zum Vergleich, bei einem etwa terriergroßen Hund von 10 kg 0,04 mg Folsäure pro Tag. Bei diversen Erkrankungen - Diabetes, Schilddrüsenstörung, Aufnahmestörungen der Vitamine im Darm – ist der Bedarf entsprechend höher.

Bei schlechter Wundheilung, Appetitlosigkeit, schwachem Immunsystem oder auffälligem Verhalten macht es für Hundebesitzer Sinn, an eine zusätzliche Gabe von Folsäure und Vitamin B12 zu denken.

Die Ergebnisse einer Studie aus dem Jahr 2011 bewiesen, dass ein Mangel an Folsäure und B12 Depressionen und Panikattacken zur Folge haben können, und die Stress-Toleranz sinkt. Diese Beobachtung lässt sich nahezu 1:1 vom Menschen auf den Hund übertragen.

Präparate, die Folsäure und Vitamin B12 enthalten, möglicherweise noch mit Magnesium und Zink angereichert sind, können bei ängstlichen, stress-anfälligen Hunden zuweilen kleine Wunder wirken. Eine gute Futterergänzung ist in diesem Zusammenhang auch Bierhefe – sie wirkt obendrein appetitanregend.

Geduld, vernünftiges Training, Zuwendung und Vertrauensaufbau ersetzen die Vitamine in diesem Zusammenhang natürlich nicht.

Studien rund um Folsäure

Seit die Folsäure in den 1940er Jahren „entdeckt“ und isoliert wurde, untersuchten Mediziner und Wissenschaftler natürlich ihre Bedeutung.

In den 1990er Jahren bewies sein Feldversuch in den U.S.A. mit über 18000 beteiligten jungen Frauen, dass mit der Einnahme von Folsäure eine Schwangerschaft sehr viel schneller eintrat - offenbar ließen sich auf diesem Weg Unregelmäßigkeiten beim Eisprung beheben.

Eine der eindrücklichsten Studien zum Thema „Folsäure in der Schwangerschaft“ wurde zwischen 1993 und 95 in China durchgeführt. Dort verabreichte man etwa 250.000 jungen Frauen ab dem Zeitpunkt einer ärztlichen Untersuchung vor der Eheschließung bis zum ersten Drittel einer ersten Schwangerschaft täglich 0,4 mg Folsäure in Tablettenform.
Neuralrohrdefekte ließen sich bei diesem großen Feldversuch um bis zu 80% senken.

Eine Studie aus dem Jahr 1995 beschäftigte sich mit dem Vorkommen von Lippen-, Kiefer- und Gaumenspalten bei Neugeborenen – einem sehr problematischen Geburtsdefekt, der meist eine Reihe von Operationen und womöglich lebenslange Konsequenzen für die Betroffenen nach sich zieht. Mit einer Folsäure- und Multivitamingabe bereits vor Eintritt einer Schwangerschaft (bei 10 mg Folsäure Tagesdosis) wurden in der so versorgten Gruppe 2/3 weniger mit diesem Defekt geboren als in der Kontrollgruppe, der man keine Vitamine verabreicht hatte.

Zahlreiche Studien befassen sich mit dem Zusammenhang zwischen Krebs und Folsäure-Einnahme. Tumorzellen entstehen, weil der „Bauplan“ gesunder Zellen bei der Reproduktion nicht korrekt ausgelesen und umgesetzt wird. Dies geschieht unter anderem durch Folsäuremangel.

Eine US-amerikanische Studie, die 1980 startete und 1998 abgeschlossen war, zeigt, dass Folsäure das Darmkrebsrisiko deutlich senken kann, bei einer entsprechend hohen Tagesdosis um über 70%! Mit Sicherheit gilt diese Annahme auch für andere Krebsarten.

2002 dokumentierte eine Studie den Zusammenhang zwischen der Menge an Homocystein im Blut und der Wahrscheinlichkeit, an Demenz oder Alzheimer zu erkranken. Nachweislich kann die regelmäßige Einnahme von Folsäure den Homocysteinspiegel senken und damit vermutlich diesen degenerativen Erkrankungen gegensteuern.

Die Liste entsprechender Studien lässt sich nahezu beliebig fortsetzen – ob Depressionen, Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Krebserkrankungen – Die positive und vorbeugende Wirkung von Folsäure wird noch immer unterschätzt.

Detailliertere Infos zu diesen und weiteren Studien finden Sie hier: "Studien rund um Folsäure".

Welche Lebensmittel enthalten Folsäure?

Vor allem pflanzliche Lebensmittel, wie Kohlarten, roher Spinat, Tomaten oder, an vorderster Stelle, Weizenkeime, enthalten Folate. Dazu liefern Obst, Gemüse und Rohkost noch viele andere wichtige Vitalstoffe. Bei den tierischen Nahrungsmitteln sind Folate vor allem in Leber, Ei oder Quark zu finden. Wichtig sind dabei auch immer die „Partner“ der Folsäure, die Vitamine B6 und B12.
Die perfekte Vitalstoffkombination aus der Natur erklärt die Notwendigkeit gesunder Ernährung. Eine ausreichende Menge an Folsäure nur über die Nahrung zuzuführen, ist dennoch fast unmöglich.

Weil Folate empfindlich auf Licht, Sauerstoff, Hitze oder längere Lagerung reagieren. Bei der Zubereitung gehen mindestens 20% der Folate verloren. Obendrein kann die natürliche Form des Vitamin B9 nicht 1:1 verstoffwechselt werden.
Darmfermente spalten zuerst diverse Aminosäuren von den natürlichen Folaten ab, was die Aufnahme des Vitamins verzögert. Auf diesem Wege gehen bis zu 50% der Folsäure aus der Nahrung verloren. Ganz im Gegensatz dazu ist die synthetischen Folsäure sofort und nahezu vollständig biologisch verfügbar.

Für mehr Infos, weiter zum Artikel: "Lebensmittel mit natürlichem Folsäure-Vorkommen".

Hat Folsäure irgendwelche ernsten Nebenwirkungen?

Nebenwirkungen bei der Einnahme in Folsäure können in Form allergischer Hautreaktionen, Unruhe oder Durchfall auftreten. Beobachtet wurden sie bislang nur selten bei einer extrem hohen. Sie sind harmlos und verschwinden sofort wieder, sobald die Dosis angepasst wird.
Die Wirkstoffe bestimmter Medikamente können von Folsäure „ausgehebelt“ oder abgeschwächt werden. Wer aufgrund einer chronischen Erkrankung Arznei einnehmen muss, sollte sich bezüglich Nahrungsergänzung ohnehin mit dem behandelnden Arzt beraten.

Wie alle wasserlöslichen Vitamine werden nicht verwertbare „Überschüsse“ der Folsäure problemlos über die Nieren wieder ausgeschieden. Auch hier also kein Grund für Bedenken.

Weiter zum Artikel: "Die Nebenwirkungen von Folsäure".

Welche Präparate sollte man am besten einnehmen?

Folsäure in Tablettenform lässt sich gut und passend dosieren. Daneben enthalten gute Multivitamin-Präparate oft reichlich Folsäure in Kombination mit den ebenfalls wichtigen Vitaminen B6 und B12, oder auch beispielsweise Eisen, Jod und anderen Vitalstoffen.

Fazit: Folsäure ist (besonders für Schwangere) unerlässlich

Die positive Wirkung einer ausreichenden Folsäure-Versorgung sind noch viel zu wenig bekannt. Erst allmählich wird mit Hilfe wissenschaftlicher Studien enthüllt, wozu Folsäure dient. Fehlbildungen, Fehl- und Frühgeburten lassen sich durch diese Nahrungsergänzung auf ein Minimum begrenzen.
Herz-Kreislauf-Erkrankungen, degenerative neurologische Erkrankungen wie Alzheimer oder Parkinson, Depressionen und sogar einige Formen von Krebs könnten mit diesem Vitamin verhindert oder ihr Fortschreiten könnte aufgehalten werden.

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