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Studien rund um Folsäure

Zahlreiche wissenschaftliche Studien befassen sich mit der Wirkung und Bedeutung von Folsäure in der Ernährung. Hier können nur neuere und repräsentative Ergebnisse aufgezählt werden.

Das Vitamin wurde erst 1941 „entdeckt“ und Jahrzehnte später isoliert und genauer untersucht. Die bisher durchgeführten wissenschaftlichen Studien und klinischen Tests weisen überwiegend darauf hin, dass eine ausreichende Versorgung mit dem Vitamin B9 in der Lage ist, verschiedene Erkrankungs-Risiken zu senken.

Folsäure für künftige Mütter – und Väter

Nicht alle Studien sehen einen Zusammenhang zwischen erhöhter Fruchtbarkeit bei der Frau und ausreichender Folat-Versorgung. Trotzdem ließ sich in einem Feldversuch von 2014 in den USA dokumentieren, dass ausreichend Folsäure die Wahrscheinlichkeit und Regelmäßigkeit des Eisprungs bei Frauen verbessern und damit die Chancen auf eine Empfängnis deutlich erhöhen kann.

Folsäure: Wichtiger Schutz vor Fehlbildungen, Früh- und Fehlgeburten

Besonders in der Schwangerschaft ist die ausreichende Versorgung mit Folsäure buchstäblich lebenswichtig für das Kind.

Zellteilungsstörungen in den ersten Schwangerschaftswochen haben fatale Folgen:

Diese Phänomene gehören zu den schlimmsten möglichen Fehlbildungen. Im gleichen Zusammenhang tauchen oft auch Fehlentwicklungen des Herzens oder des Verdauungstraktes auf.

Die Defekte entstehen in den ersten Wochen nach der Empfängnis immer dann, wenn ein Mangel an Folsäure die Zellteilungs-Prozesse der befruchteten Eizelle verlangsamt oder sie nur unvollständig ablaufen lässt.

Viele der Feten sind nicht lebensfähig, oder werden mit den beschriebenen schweren Behinderungen geboren.

Eine Studie von 1976 an der Universität von Leeds in Großbritannien lieferte erste Hinweise auf den Zusammenhang zwischen dem Auftreten eines Neuralrohrdefektes. In den 1980er Jahren folgte eine Studie in Ungarn, an der etwa 5000 Frauen teilnahmen. Die beeindruckendste Feldstudie wurde in China durchgeführt – 250.000 Frauen wurden dabei zwischen 1993 und 1995 untersucht und ab einer Voruntersuchung zur Eheschließung bis zum ersten Schwangerschaftsdrittel mit 0,4 mg Folsäure pro Tag versorgt.

Alle drei Studien belegen, dass das Risiko eines Neuralrohrdefektes sich mit ausreichender Folsäure-Versorgung um bis zu 80% senken lässt!

Eine US-amerikanische Untersuchung aus dem Jahr 1995 dokumentiert eine Risiko-Absenkung der Lippen-, Kiefer- oder Gaumenspalte bei ausreichender Folsäure-Versorgung. Das Risiko dieser Fehlbildung reduzierte sich um fast 70%.

Verbesserte Gehirnentwicklung des Kindes

Eine niederländische Studie, in 2016 publiziert, bringt folgende Ergebnisse ans Licht: Bei Kindern unter sechs Jahren macht sich ein Folsäure-Mangel während der Schwangerschaft der Mutter noch bemerkbar:
Das Gehirnvolumen dieser Kinder war kleiner als das von Kindern, die als Feten „gut versorgt“ waren. Dazu kamen Rückstände bei der Sprachentwicklung und beim räumlichen Sehen und ein niedrigerer IQ. Auch Verhaltensauffälligkeiten wurden beobachtet. Allerdings konnten solche Defizite ab dem sechsten Lebensjahr durch Umweltanreize (Schule, Familie, Freunde) und gute Ernährung nahezu vollständig ausgeglichen werden.

Folsäure: Auch für werdende Väter wichtig

Eine US-Studie aus dem Jahr 2008 belegt es: Folsäure verbessert Menge und Qualität des männlichen Spermas. Offensichtlich trägt das Vitamin auch dazu bei, das Risiko einer Trisomie 21 (Down Syndrom) von Seiten des Vaters deutlich zu senken.

Folsäure gegen Depressionen

Von einem Team der psychiatrischen Fakultät der Universität Oxford, GB, wurde 2003 eine Studie zur Wirkung von Folsäure gegen Depressionen veröffentlicht. Dabei wurden mehrere Gruppen von Patienten mit einbezogen, die Folsäure begleitend zu Antidepressiva einnahmen und damit die übliche Therapie unterstützten. Offenbar war die zusätzliche Folsäure daran beteiligt, die Symptome deutlich messbar abzusenken.

Eine 2009 publizierte spanische Langzeit-Studie mit Untersuchungen an fast 10.000 Probanden brachten folgende Ergebnisse: Das Risiko, eine Depression zu entwickeln, war bei sehr niedriger Folsäure-Zufuhr dreimal so hoch wie bei Teilnehmern, die ausreichend damit versorgt waren. Insbesondere Raucher oder von vornherein zu Angstzuständen neigende Personen waren betroffen.
Die Einnahme von Vitamin B-Präparaten, besonders B12 und Folsäure, wirkte sowohl vorbeugend gegen Depressionen als auch unterstützend, wenn bereits eine Behandlung im Gange war.

Folsäure gegen Alzheimer und Altersdemenz

Mehrere Studien dokumentieren, dass der Verlust kognitiver Fähigkeiten im höheren Lebensalter sich verlangsamen oder gar verhindern lässt.
Eine ganze Reihe von Forschungsprojekten befasste sich bereits mit dem Zusammenhang zwischen erhöhtem Homocystein-Spiegel und dem steigenden Risiko, an Alzheimer zu erkranken. Doch wie lässt sich dieses Abbau-Produkt eines wichtigen Eiweißes auf ein „gesundes“ Maß reduzieren?

Alles deutet darauf hin, dass eine langfristig verabreichte Dosis Folsäure dazu beitragen kann.

Ein dreijähriger Großversuch in den Niederlanden (2007) beschäftigte sich mit über 800 Probanden zwischen 50 und 70 Jahren – sie hatten einen erhöhten Homocysteinspiegel im Blut und waren ausreichend mit Vitamin B12 versorgt, erhielten aber drei Jahre hinweg zusätzlich 800 µg Folsäure pro Tag. Die Kontrollgruppe erhielt in dieser Zeit ein Placebo.
Die mit Folsäure versorgte Probandengruppe hatte nach diesem Zeitraum:

Eine frühere Studie in den Vereinigten Staaten (2005) an über 700 Männern und Frauen über 70 mit erhöhtem Homocystein- und normalem Vitamin B12-Spiegel im Blutserum bewies: Die Gehörleistung der Probanden, die über drei Jahre hinweg Folsäure erhielten, blieb konstant gut, die Gruppe ,die ein Placebo erhielt, erlitt eine altersgemäße Verschlechterung des Gehörs.

Eine weitere U.S.-Studie an knapp 1000 Probanden über 65 Jahre bewies, dass hochdosierte Folsäure das Alzheimer-Risiko um bis zu 50% senkte. Verabreicht wurden Folate, Vitamin B6 und B12, der Beobachtungszeitraum erstreckte sich über 6 Jahre.

Darmkrebs-Risiko senken

1998 wurden die Ergebnisse einer US-Studie an knapp 90.000 Krankenschwestern publiziert, die ein Wissenschaftlerteam in den Jahren 1980 bis 1994 begleitet hatte. Das Risiko von Dickdarmkrebs reduzierte sich langfristig – je mehr Folsäure, isoliert oder in Multivitamin-Präparaten eingenommen wurde, desto besser die Chancen, gesund zu bleiben.

Im Zusammenspiel mit Vitamin D und Calcium kann Folsäure als Nahrungsergänzung offensichtlich dazu beitragen, das Risiko einer Krebserkrankung des Dickdarms zu senken, wie eine britische Studie aus dem Jahr 2004 beweist. Die Ergebnisse der oben angeführten Langzeit-Studie werden damit erklärt und bestätigt.
Mangelt es an Folsäure, laufen bestimmte Zell-Erneuerungsprozesse nicht korrekt ab, eine DNS -Hypomethylation in der Dickdarmwand findet statt, das heißt, eine Komponente wurde nur sehr zögerlich in die Zellen eingebaut. Wurde dagegen Folsäure zusätzlich verabreicht, verbesserten sich diese DNA-Vervielfältigungsabläufe um über 50%, die nachweisbaren Krebsrisiken reduzierten sich entsprechend.

Folsäure - ist eine ausreichende Aufnahme über die Nahrung überhaupt möglich?

2007 untersuchte ein Team in den USA die unterschiedlichen Möglichkeiten einer Folsäureversorgung allein über die Nahrung. Festgestellt wurde, dass im mediterranen Raum oder in den USA ernährungsbedingt mehr Folate aufgenommen wurden als beispielsweise in Mittel- und Nordeuropa. Die empfohlene Tagesdosis wurde kaum je erreicht, in der Mehrzahl der Fälle lag sie unter 0,4 mg /Tag.
Das leuchtet ein – denn von den Nahrungsfolaten sind nur ungefähr 50% sofort vom Organismus verwertbar. Eine Ergänzung der Zufuhr in Form von Anreicherungen in der Nahrung oder von Tabletten ist sinnvoll.

Lebens-Situationen, in denen Folsäure als Nahrungsergänzung Sinn macht, sind die Zeit vor und während einer Schwangerschaft und Stillzeit, bei chronischen Stoffwechselerkrankungen, bei Nikotinkonsum und im höheren Lebensalter.

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