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Die Dattelpalme - Ernte, Anbau und Pflege

Um nicht nur den Geschmack und die vielen Vorteile der Datteln selbst zu konkretisieren, wird sich im Folgenden mit der Dattelpalme (Phoenix) beschäftigt. Dabei geht es über die Ursprünge in den Oasen der Wüsten, über die bekanntesten Arten bis hin zum Ziehen und Pflegen von Dattelpalmen als Zimmerpflanze. Der Weg zur Zimmerpflanze war jedoch ein sehr steiniger, bedenkt man dass die Pflanze erst kultiviert werden musste, um sie so zu nutzen wie es heute getan wird.

Ursprung der Dattelpalme

Aus geografischer Sicht liegt die Herkunft der Dattelpalme in der Alten Welt, das heißt auf den Kontinenten Asien, Afrika und Europa. Entsprechend gibt es natürlich nicht nur eine Art, sondern bis heute werden in der „World Checklist of selected Plant Families“ ganze 14 Arten anerkannt. Darunter fallen viele Sorten, deren Früchte nicht essbar sind und meist nur zur Vermehrung genutzt werden. Beispielsweise wird die Senegalesische Dattelpalme (Phoenix reclinata) meist nur zu Dekorationszwecken gezüchtet, die Kretische Dattelpalme (Phoenix theophrasti) hingegen wirft so kleine Früchte ab, dass diese gar nicht erst verwendet werden können.
Deshalb beschränkt sich die Nutzung auf nur wenige Arten, ganz besonders auf die Echte Dattelpalme (Phoenix dactylifera), die Kanarische Dattelpalme (Phoenix canariensis) und die Zwerg-Dattelpalme (Phoenix roebelenii). Wobei auch hier gesagt werden muss, dass die Verwendung der Frucht nur bei der Echten Dattelpalme wirklich wirtschaftlich infrage kommt. Erntezeit ist übrigens je nach Art grob gesagt zwischen August und November. Der Ursprung und die Nutzung der drei genannten Arten wird in den folgenden Abschnitten genauer erklärt.

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Bekannte Arten der Dattelpalme (Phoenix)

Kommen wir also zu den bekanntesten Arten, die weitestgehend mit den drei Wichtigsten bereits abgedeckt sind. Interessant dabei zu sehen ist wie gesagt, dass nur die Früchte von eine der Arten zum Verzehr geeignet sind und die anderen anderweitig genutzt werden.

Echte Dattelpalme (Phoenix dactylifera)

Um auf den Ursprung der Echten Dattelpalme zu sprechen zu kommen, muss in der Geschichte weit zurückgereist werden. Bis in die Anfänge Mesopotamiens reichen die ersten Belege einer Kultivierung der Pflanze. Bekannt als die orientalische Kulturpflanze schlechthin, haben die ersten Bauern, die besiedelten, die Pflanze bereits kultiviert und als Energielieferant genutzt. Somit liegt die Herkunft dieser besonders nutzbaren Art am Gebiet rund um den Persischen Golf, zumindest vermuten das die Forscher. Jedoch kann mit Sicherheit gesagt werden, dass das Ursprungsgebiet in der Trockenzone zwischen Marokko (kontinentübergreifend) und Pakistan liegt. Die Hauptanbaugebiete liegen auch heute noch in dieser Zone (mit Ausnahme von Kalifornien – USA).

Die heutige Nutzung ist für viele Länder für die Exporteinnahmen von großer Bedeutung. So gibt es nicht nur die Früchte der Dattelpalme zu kaufen, diese werden auch zu verschiedenen Produkten verarbeitet, zum Beispiel zu Dattelessig, Dattelpaste oder Datteltee. Die Verarbeitung geschieht größtenteils in den Ländern des Anbaus. Produktionskönig ist Ägypten mit ca. 1,6 Millionen Tonnen Datteln im Jahr. Der Iran und Saudi-Arabien folgen mit knapp über einer Million Tonnen im Jahr.

Aus der Echten Dattelpalme sind bis heute eine unzählige Anzahl an Varianten gezüchtet worden, deren Früchte nicht nur in der Farbe, sondern auch in der Konsistenz und in der Süße variieren. Der Anbau erfolgt in Palmengärten. Dafür ist eine gute Planung erforderlich, da eine Pflanze eine Nutzzeit von 80 bis 100 Jahren hat, jedoch nur alle zwei Jahre Früchte (bis zu 100 Kilogramm) trägt. Entsprechend werden auf 100 weibliche Palmen nur zwei bis drei männliche Pflanzen verteilt. Was für eine Temperatur und welche Erde notwendig ist, folgt im Absatz über die Bedingungen weiter unten auf dieser Seite.

Die Kanarische Dattelpalme (Phoenix canariensis)

Wie der Name schon unschwer vermuten lässt, ist die Kanarische Dattelpalme auf den Spanischen Inseln im Atlantischen Ozean heimisch. Geografisch gesehen gehören die Inseln zu Afrika. Erste Aufzeichnungen der Dattelpalmen-Nutzung gibt es erst seit der Christianisierung der Inseln im 14. Jahrhundert. Die Nutzung ist jedoch im Vergleich zur Echten Dattelpalme schnell erklärt, da die Früchte zwar essbar sind, im Vergleich jedoch bei weitem nicht so geschätzt werden (zu wenig Fruchtfleisch) und nicht so wohltuend sind. Als Futterdatteln für die Viehzucht eignen sie sich aber sehr gut. Interessanter für den Menschen ist der Palmhonig, der seit dem 16. Jahrhundert aus den Pflanzen gewonnen wird. Es gibt nur wenig wirkliche Plantagen, da der wirtschaftliche Ertrag einen Anbau über eine große Fläche kaum rechtfertigt. Als Zierpflanzen eignen sie sich aber allemal.

Zwerg-Dattelpalme (Phoenix roebelenii)

Zwerg-Dattelpalmen werden in Europa nur zu Dekorationszwecken genutzt. Die Nutzungsmöglichkeiten sind entsprechend eingeschränkt. Auch als Mini Dattelpalme bezeichnet, ist sie in vielen verschiedenen Größen und als mehrstämmige Palme erhältlich. Mit nur ein bis zwei, selten auch drei Metern Wuchshöhe, ist der Name verständlich. Die Blätter sind bogig und zwischen einem und zwei Meter lang, wobei die Blattscheide braun-rötlich und faserig ist. Die Blütenstände sind ca. 35 cm lang und die Frucht ist dunkelgrün bis purpur-braun. Sie ist nicht genießbar.

Unter diesen Bedingungen wächst die Dattelpalme

Dattelpalmen sind Wüstenpflanzen. Entsprechend haben sie wenig Ansprüche. Dennoch zählt zu diesen wenigen Ansprüchen selbstverständlich viel Sonne und bei heißen Temperaturen auch viel Wasser. Sehr anspruchslos kommt die Pflanze mit nahezu allen Böden zurecht. Selbst sehr nährstoffarmer Boden macht der Palme nichts aus. Auch bei optimalen Bedingungen wächst die Dattelpalme generell sehr langsam. Die begehrten Früchte der Echten Dattelpalme bilden sich bei 30 bis 35 Grad am besten. Sollte dies nicht der Fall sein werden die Blütenstände meist etwas kleiner und die Früchte nicht ganz so groß wie gewohnt. Die Echte Dattelpalme ist übrigens winterhärter als ihre Verwandte, die Kanarische Dattelpalme. Wie sich das mit der Überwinterung und dem Frost in Deutschland verhält, ist im nächsten Artikel zu lesen.

Ist die Dattelpalme in Deutschland winterhart?

Zimmerpflanzen sind bei diesem Thema natürlich ausgeschlossen. Da die Echte Dattelpalme als Königin der Palmen gut und gerne mal 30 Meter hoch werden kann, ist bei solch großen Bäumen Vorsicht vor Frost geboten. Keine Art der Dattelpalmen ist winterhart. Die Pflanze muss in Deutschland also über den Winter reingestellt werden. Dabei gilt, dass sie bis zu fünf Grad Celsius problemlos draußen standhält. Jedoch ist ein schnelles Rein- und Rausstellen nicht zielführend, da der schnelle Temperaturumschwung den Rhythmus der Pflanze aus der Bahn werfen würde. Deshalb ist in Deutschland generell von einer Zeit zwischen Ende Oktober und Anfang März die Rede, auch wenn erster Frost bereits vorher auftreten kann. Auch wenn diese Fröste eher die Ausnahme sind, hält die Dattelpalme diesen ersten Vorboten des Winters stand. Winterfest ist sie aber, wie schon erwähnt, dennoch nicht, sie muss also über die kühlen Herbstmonate an eine kalte Jahreszeit gewöhnt werden, das ideale Quartier für die Überwinterung wäre dann zum Beispiel ein Wintergarten oder ein Gewächshaus, dieses muss auf jeden Fall hell sein, die optimale Temperatur liegt bei 5-10 °C.

Die Dattelpalme als Zimmerpflanze – Anzucht und Pflege zu Hause

Das Anbauen und Züchten aus dem Kern einer Dattel ist anspruchsvoll, aber natürlich nicht unmöglich. Als erste Regel gilt besonders am Anfang: Geduld haben. Denn das Wachstum von Keimblättern beginnt je nach Alter des Kerns erst nach einem bis fünf Monaten (die Wurzeln wachsen schon vorher).

Dattelpalme selber ziehen

Um diese Zeit zu verkürzen bietet es sich an die Kerne vor der Anzucht in Wasser zu legen, um auch ihre harte Schale einzuweichen. Mehrere Tage (oder zumindest 24 Stunden) sollte den Kernen einen entsprechenden Schub verleihen. Übrigens: die Erfolgschancen sind bei Kernen aus frischen Datteln höher als bei solchen aus getrockneten Datteln.

Anschließend steckt man die Kerne 1-2 Zentimeter in die Erde, einfach einen normalen Topf verwenden, am besten mit Aussaaterde gefüllt. Dann muss man warten - in dieser Zeit ist eine Temperatur von ca 25 °C hilfreich, direkte Sonneneinstrahlung ist zu vermeiden und Gießen ist sehr wichtig. Die Erde sollte immer feucht sein.

Ist die Anzucht erfolgreich, sprießen erste Blätter. Diese sind noch nicht gefiedert, die Spitzen sind bis zum Alter von zwei Jahren noch längs gerippt. In den ersten Monaten ist kein Düngen erforderlich. In der Hauptwachstumsphase, in der die Pflanze so viel Sonne wie möglich abbekommen sollte, ist Düngen alle zwei Wochen möglich. Trockene Blätter sollte die Palme dadurch nicht bekommen. Verkümmert ein Blatt durch zu wenig Licht, können sämtliche trockene Blätter problemlos abgeschnitten werden.

Wie schnell wachsen Dattelpalmen?

Da die Palme sehr groß werden kann, sind die Wurzeln entsprechend ausgeprägt. Das Wachstum ist im Vergleich mit einem anderen europäischen Baum sehr langsam. Das ist dennoch von Art zu Art unterschiedlich, so wächst beispielsweise die Kanarische Dattelpalme um einiges schneller als die Echte Dattelpalme. Im Topf wachsen sie aber alle sehr langsam und sie werden höchstwahrscheinlich weder blühen, noch Früchte tragen. Umtopfen ist dann nur selten notwendig. Im Topf wird eine Dattelpalme nicht ganz so hoch, ein neuer Topf ist nur alle vier bis fünf Jahre sinnvoll.

Pflege der Dattelpalme

Wer in Geduld geübt ist, hat es dafür aber mit der Pflege nicht schwer. Eine Palme ist wie bereits erwähnt eine sehr genügsame Pflanze. Wichtig ist ein Standort mit maximalen Sonnenstunden, dabei tägliches Gießen nicht vergessen (Im Winter weniger gießen, alle paar Tage mal). Für Krankheiten ist die Pflanze generell eher wenig anfällig, der dicke, faserige Stamm lässt wenig Angreifern eine Chance. Starker Zugwind oder Regen hingegen ist nicht fördernd für ein gesundes Wachstum. Der Standort sollte deshalb gut geschützt sein, zum Beispiel durch eine Hausecke oder ein Vordach. Als Dünger eignet sich jeder Blattpflanzen-Dünger. Optimal ist es wenn der Phosphoranteil ein klein wenig geringer als der Anteil an Stickstoff und Kalium ist. Zweiwöchiges Düngen reicht völlig aus.

Dattelpalme überwintern – was ist zu beachten?

Das Quartier ist der Erfolgsfaktor für eine geglückte Überwinterung. Dieses sollte ein helles Plätzchen mit Temperaturen zwischen fünf und zehn Grad sein. Natürlich sind durch diese Eigenschaften Wintergärten, Gewächshäuser oder Pflanzenhallen perfekt zum Überwintern. Wie bei allen mediterranen Pflanzen kommt es rein auf das Temperatur-Licht-Verhältnis an. Kühl und auch noch dunkel macht es für jede Palme schwer. Auch wenn sie in Ansätzen winterhart ist, Licht benötigt die Pflanze in jedem Fall. Bei einem hellen Ort UND mit Temperaturen über zehn Grad, muss darauf geachtet werden, dass sich durch die Wärme keine Spinnmilben entwickeln. Durch ein regelmäßiges besprühen der Wedel mit Wasser wird dem allerdings vorgebeugt. Umtopfen kann man nur in den warmen Monaten. Auch düngen oder schneiden ist beim Überwintern nicht optimal. Sollten sich braune Blätter oder gelbe Blätter bilden kann man diese allerdings ohne Sorgen abschneiden. Schließlich kosten sie die Pflanze dann nur unnötige Energie und die ist beim Überwintern sowieso schon knapp.

Dattelpalme bekommt braune/gelbe Blätter – Ursachen und Tipps

Sollte die Palme braune oder gelbe Blätter bekommen, ist das vorerst halb so wild. Von Krankheiten meist verschont, sprechen braune Flecken oder Blattspitzen meist für eines der folgenden drei Dinge: zu kleiner Topf, zu dunkler/sonniger Standort oder zu viel/zu wenig Wasser. Hier ist bei der Pflege also ein grüner Daumen gefragt. Genaue Pflegehinweise können dabei nicht gegeben werden. Die Dattelpalme kann gerne so viel Licht wie möglich ausgesetzt werden. Helligkeit im Wohnzimmer ist nicht dasselbe wie draußen! Braune Flecken auf neuen Blättern können aber in den Sommermonaten auf zu viel Sonneneinstrahlung hindeuten, es schadet der Palme dann nicht wenn sie sie eine Weile etwas schattiger stellen. Um das richtige Wasserverhältnis herzustellen, ist es ratsam den Topf einmal trocken werden zu lassen, um dann täglich wieder nachgießen zu können. Staunässe wird dadurch vermieden.

Wo kann man eine Dattelpalme kaufen?

Dattelpalmen kann man in ganz Deutschland relativ einfach kaufen. Im Internet sind die Samen einfach zu kaufen, im Baumarkt gibt es auch Pflanzen aus der Anzucht, selten aber, wie schon erwähnt, mit Blüten. Je nach Alter ist es natürlich eine Preisfrage. Wie bei fast jedem Baum steigt der Preis mit den Jahren. Am besten im Frühjahr bei einer gesunden Pflanze zuschlagen.

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